Ortsverband Wallenhorst Bündnis 90 / Die Grünen
Präambel
Wallenhorst steht vor großen Aufgaben: Bezahlbares Wohnen, sozialer Zusammenhalt, Klimawandel, Schulden und eine nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinde. Diese Herausforderungen verlangen entschlossenes Handeln und klare Prioritäten.
Wir Grüne stehen für eine Politik, die ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft miteinander verbindet. Unser Ziel ist ein Wallenhorst, das für alle Generationen bezahlbar und zukunftsfähig bleibt.
Vision 2030
Wallenhorst im Jahr 2030 ist klimafreundlich, weil wir es geschafft haben… sozial gerecht und lebendig gestaltet. Energie wird lokal und erneuerbar erzeugt, wodurch wir unabhängiger von fossilen Brennstoffen werden, unsere Finanzen stärken und die 50 Mio. € Schulden abbauen.
Wohnen ist bezahlbar und lebensnah organisiert, und unsere Ortsteile sind grün, sicher und attraktiv gestaltet – so auch die Grüne Wiese im Zentrum.
Bürger*innen gestalten ihre Gemeinde weiterhin aktiv mit, Verwaltung und Politik handeln transparent und effizient. Mobilität ist nachhaltig organisiert, indem wir weiterhin die Radinfrastruktur ausbauen und den ÖPNV stärken. Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist selbstverständlich geworden.
1. Bezahlbares Wohnen & soziale Wohnpolitik
Bezahlbares Wohnen ist eine zentrale soziale Frage in Wallenhorst. Wir wollen Mieter*innen vor steigenden Kosten schützen und eine sozial ausgewogene Wohnraumentwicklung fördern. Neue Wohnprojekte müssen sozial verträglich und langfristig bezahlbar gestaltet werden, z.B. durch Genossenschaften, Mehrgenerationenprojekte und kommunale Modelle.
Beim notwendigen Neustart der Planungen zur Grünen Wiese braucht die Gemeinde Planungssicherheit. Dazu gehört auch eine frühzeitige Einbindung der Bürgerinnen und Bürger, damit diese sich vom Anfang bis Ende mit dem Projekt identifizieren können. Ein guter Neustart kann hier mit einem Ideen- oder Architektenwettbewerb beginnen.
2. Flächen, Bauentwicklung & lebenswerte Orte
Wir setzen auf eine nachhaltige Siedlungsentwicklung statt weiterer Versiegelungen. Innenentwicklung, Nachverdichtung und alternative Konzepte haben Vorrang vor Neubau auf Freiflächen. Neue Baugebiete müssen Aufenthaltsqualität schaffen, Grünräume sichern, den Folgen des Klimawandels – insbesondere zunehmender Hitze – Rechnung tragen und als lebendige Quartiere gedacht werden. Dazu gehören ausreichend Bäume, Grünflächen, verschattete Aufenthaltsbereiche sowie eine klimaangepasste Bauweise, die Hitzeinseln vermeidet.
Das geplante Neubaugebiet bei den Helmichsteinen widerspricht diesen Ansprüchen und ist daher abzulehnen.
Um die Planungen für weitere Baugebiete und Nachverdichtung auf eine solide Grundlage zu stellen, sind genaue Daten und Gutachten durch die Gemeinde einzuholen und in die öffentliche Diskussion einzubringen. Nur so können wir sicher gehen, dass wir nicht am Bedarf vorbei planen.
3. Energiewende & kommunale Wärmeplanung
Die kommunale Energiewende soll aktiv gestaltet werden, mit klarer Kostenlenkung und sozialer Ausgestaltung. Die Wärmeplanung der Gemeinde ist ein Schlüsselprojekt für klimafreundliches und bezahlbares Heizen. Ziel ist es, Abhängigkeiten zu reduzieren und langfristig stabile Energiekosten zu ermöglichen. Hiervon profitiert auch der kommunale Haushalt.
Konkret: Die Beratungsangebote durch die Gemeinde sollen ausgebaut werden, um Bürgerinnen und Bürger individuell dabei zu unterstützen, eine nachhaltige und wirtschaftliche Energieversorgung umzusetzen.
4. Verwaltung, Bauamt & Finanzen
Wir fordern eine strukturelle Weiterentwicklung der Verwaltung mit dem Ziel eines leistungsfähigen Bauamtes. Entscheidungen im Bau- und Planungsbereich sollen transparenter, effizienter und stärker an Kosten und Nachhaltigkeit orientiert sein. Gleichzeitig behalten wir die Haushaltslage und den Schuldenstand konsequent im Blick. Darüber hinaus fordern wir bei öffentlichen Bauvorhaben die Kosten mit Hilfe eines professionellen Baukostenmanagements zu kontrollieren.
5. Verkehr, Mobilität & Aufenthaltsqualität
Wir wollen eine Verkehrsberuhigung in Wohngebieten und eine bessere Organisation des Verkehrsflusses im gesamten Gemeindegebiet. Mobilität soll sicher, leise und klimafreundlich sein – besonders für Radfahrende und Fußgänger*innen. Öffentliche Räume sollen nicht nur Durchgangsraum sein, sondern Aufenthaltsqualität bieten.
Wir wollen den in der Gemeinde zuletzt guten Ausbau von Radwegen und Fahrradstraßen fortführen und den ÖPNV stärken.
Die Grünen Wallenhorst lehnen die A33 Nord weiterhin ab, weil sie wertvolle Natur- und Landwirtschaftsflächen zerstört, zusätzlichen Individualverkehr fördert und hohe Kosten verursacht; stattdessen sollen nachhaltige Mobilitätsformen wie Bus, Bahn, Radverkehr und sichere Fußwege gezielt gestärkt und ausgebaut werden.“
Auch wenn die bestehenden öffentlichen Ladestationen in Wallenhorst derzeit noch nicht voll ausgelastet sind, schafft ein dichteres Ladenetz Vertrauen bei potenziellen E-Auto-Käufern und fördert so den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität. Zudem sorgt eine frühzeitige Erweiterung der Infrastruktur dafür, dass die Gemeinde auf den erwarteten Anstieg von Elektrofahrzeugen vorbereitet ist und Engpässe künftig vermieden werden.
6. Sauberkeit & gepflegtes Ortsbild
Ein sauberes und gepflegtes Ortsbild ist entscheidend für Lebensqualität und Identifikation mit dem eigenen Wohnort. Wir setzen uns gegen Müll, Zigarettenkippen und Vermüllung öffentlicher Räume ein und fördern Prävention sowie bessere Infrastruktur. Sauberkeit ist auch eine Frage von Verantwortung und Gemeinschaft. Dafür müssen Gesetze der Europäischen Union und des Bundes auf kommunaler Ebene konsequent durchgesetzt werden.
Wie auch in den vergangenen Jahren werden wir Aufräumaktionen im Gemeindegebiet machen, bedarfsorientiert und am World Cleanup Day. Außerdem setzen wir uns für Kippenfänger/-säulen an jeder Bushaltestelle ein.
7. Bildung, Kitas & Lernmittelfreiheit
Gute Bildung beginnt in der Kita und muss verlässlich abgesichert sein. Wir wollen ausreichend Kita-Plätze, gute Qualität und perspektivisch auch den Einsatz zusätzlicher Fachkräfte sichern. Lernmittelfreiheit bleibt ein wichtiges Ziel für echte Bildungsgerechtigkeit in den Schulen.
2030 haben alle Schüler*innen die gleichen Chancen, denn wir haben die Lernmittelfreiheit eingeführt.
8. Jugend, Beteiligung & Gemeinschaft
Jugendliche sollen stärker in kommunale Entscheidungen eingebunden werden. Beteiligung schafft Identifikation und stärkt die Demokratie vor Ort. Gleichzeitig fördern wir Gemeinschaftsmodelle wie Genossenschaften und lokale Initiativen für mehr Zusammenhalt.
Konkret: Wir wollen euch einbinden. Wir unterstützen eine Förderung von Treffpunkten besonders für Jugendliche in allen Ortsteilen. Dafür wollen wir auf die Expertise des JAB2 und von euch zurückgreifen. Wir setzen eine Jugendbefragung um zum Thema, was ihr in Hollage, Lechtingen und Rulle braucht. Wir fordern die Schaffung eines Jugendparlamentes in Wallenhorst.
9. Umwelt- & Klimaschutz als Querschnitt
Umweltschutz zieht sich als Leitprinzip durch alle Politikfelder. Jede kommunale Entscheidung muss auf Klimawirkung, Flächenverbrauch und Zukunftsfähigkeit geprüft werden. Ziel ist eine klare Vision für ein nachhaltiges Wallenhorst 2030.
Wir möchten, dass bei allen Ratsbeschlüssen die Auswirkungen auf Klima- und Umweltschutz systematisch geprüft und transparent dargestellt werden, damit politische Entscheidungen auch ihre langfristigen Folgen für kommende Generationen berücksichtigen.
Wir werden uns weiterhin konsequent für eine Baumschutzsatzung einsetzen, um die vorhandenen Schattenspender und Wasserbinder (Prinzip der Schwammstadt) zu erhalten und so die Folgen von Hitzeperioden und Starkregen abzumildern. Außerdem sind so manche der sanften Riesen auch Erinnerungsträger und ortsbildprägend.
10. Digitalisierung & moderne Daseinsvorsorge
Eine moderne Gemeinde braucht eine leistungsfähige digitale Verwaltung. Bürger*innen sollen Dienstleistungen einfach, schnell und transparent digital nutzen können. Wir setzen hierbei auf europäische Anbieter und Unabhängigkeit von Tech-Konzernen. Digitalisierung ist mehr als nur die die Bereitstellung eines Webformulars – es sind die dazugehörigen Prozesse, die digitalisiert werden müssen.
Digitalisierung soll Prozesse verbessern, nicht verkomplizieren – und gleichzeitig den persönlichen Kontakt in der Verwaltung erhalten.
Konkret soll die Verwaltung als Schnittstelle zum Bürger auch bei Problemen mit den digitalen Prozessen ansprechbar sein. Beratungsangebote, Informationsveranstaltungen und Expertise vor Ort sollen mögliche Einstiegshürden und Ängste abbauen.
